Fünf intensive Tage voller Begegnung, Austausch und persönlicher Erfahrungen: Vom 16. bis 20. März 2026 kamen angehende Religionslehrkräfte im Tagungshaus „Auf dem Heiligen Berg“ zur Vokationstagung des PTI zusammen. Unter dem Leitgedanken „Mit Haltung und Herz: Religiöse Vielfalt im Unterricht leben“ wurde die Woche zu einer lebendigen Lern- und Glaubensreise.
Im Mittelpunkt standen nicht nur fachliche Impulse, sondern vor allem die Menschen selbst: ihre Geschichten, ihre Fragen und ihre Überzeugungen. In biografischen Zugängen, intensiven Gesprächen und theaterpädagogischen Übungen wurde erfahrbar, wie wichtig Wahrnehmung, Beziehung und Dialog für den Religionsunterricht sind.
Inhaltlich setzte die Tagung starke Akzente: Der Koblenzer Konsent und die Frage, wie Religionslehrkräfte angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen Haltung zeigen und Position beziehen können, zogen sich wie ein roter Faden durch die Woche. Zugleich eröffnete der Blick auf religiöse Influencer in den sozialen Medien neue Perspektiven darauf, wie Glaube heute kommuniziert und inszeniert wird – und welche Chancen, aber auch Risiken damit verbunden sind. Deutlich wurde, dass religiöse Inhalte im Netz oft verkürzt, emotionalisiert oder einseitig dargestellt werden können und junge Menschen Orientierung brauchen, um diese kritisch einzuordnen.
Besonders eindrücklich war der Besuch der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal. Die Auseinandersetzung mit jüdischem Leben heute wurde im persönlichen Austausch mit zwei jungen, engagierten Teilnehmenden des Projekts „Meet a Jew“ noch einmal vertieft – eine Begegnung auf Augenhöhe, die viele nachhaltig bewegte.
Die Tage waren geprägt von Offenheit, Neugier und einer wachsenden Gemeinschaft. Immer wieder wurde deutlich, wie bereichernd es ist, einander zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Schwung und Leichtigkeit erhielt die Tagung nicht zuletzt durch die musikalische Gestaltung, die eine Teilnehmerin mit viel Engagement einbrachte und die gemeinsamen Zeiten klangvoll prägte.
Ein besonderer Höhepunkt war die gemeinsame Vorbereitung des Vokationsgottesdienstes. In ihm bündelten sich die Erfahrungen der Woche: persönliche Glaubenswege, neue Perspektiven und die gemeinsame Verantwortung für einen dialogischen Religionsunterricht.
Die Tagung fand ihren bewegenden Abschluss in einem eindrucksvollen Gottesdienst, der viele berührte und die Teilnehmenden gestärkt und ermutigt in ihre Berufung entließ.
Mit neuen Impulsen, klarer Haltung und offenem Herzen gehen sie nun zurück in ihren schulischen Alltag – bereit, religiöse Vielfalt lebendig und reflektiert zu gestalten.

