Tagung der Fachleitungen für Ev. und Kath. Religionslehre, 01.-03.06.2026

In die Tiefe gehen: Tiefenstrukturen im Religionsunterricht

Im Mittelpunkt der katholisch-evangelischen Jahrestagung stand die Frage, welche Bedeutung Tiefenstrukturen für einen erfolgreichen Religionsunterricht haben. Während Sichtstrukturen – etwa Methoden oder Sozialformen – unmittelbar erkennbar sind, beziehen sich Tiefenstrukturen auf die Qualität der Lernprozesse im Unterricht. Im Fokus stand dabei die Frage, wie Lernende durch kognitive und emotionale Aktivierung stärker in den Unterricht eingebunden werden können.

Zahlreiche Anregungen hierzu gab Dr. Sabine Benz vom Pädagogisch-Theologischen Zentrum (PTZ) Stuttgart. Vorgestellt wurden unter anderem Unterrichtsfeedbackbögen und Materialien zur Arbeit mit Tiefenstrukturen: https://ibbw-bw.de/,Lde/Startseite/Bildungsforschung/Unterrichtsfeedbackbogen_Tiefenstrukturen   Die Fachleitungen konnten zudem konkrete Beispiele für den Religionsunterricht selbst erproben. So gestalteten sie beispielsweise Legebilder zu einem persönlich bedeutsamen Satz aus einer biblischen Geschichte und reflektierten deren Potenzial für aktivierende Lernprozesse.

Die Auseinandersetzung mit den Tiefenstrukturen machte deutlich, dass nicht allein die äußere Gestaltung des Unterrichts entscheidend ist, sondern vor allem die Qualität der Interaktionen und Lernprozesse. Diese Erkenntnisse wurden mit Blick auf die schulische Praxis sowie die Arbeit in den Fachseminaren gemeinsam diskutiert und reflektiert.

Weitere Impulse zum Classroom-Management brachte Wiebke Mette, Grundschullehrerin und Fortbildnerin aus Hagen, ein. In Gruppenarbeitsphasen entwickelten die Teilnehmenden Unterrichtsanregungen, Ideen für Fachseminarsitzungen sowie Ansätze für ein Beratungskonzept.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse mithilfe der Methode „Lego Serious Play“ visualisiert und zu einem gemeinsamen Gesamtkunstwerk zusammengeführt. Dabei entstand ein eindrucksvolles Bild davon, wie wirksamer Religionsunterricht gestaltet wird.