Einmal Regenbogen bitte!
Religionsunterricht ist Sprachförderung! Auf Seiten der (angehenden) Religionslehrkräfte gilt es, sich der eigenen religiösen „Wort-Schätze“ bewusst zu werden und sie für den Religionsunterricht kommunizierbar zu halten. Auf Seiten der Schüler*innen werden Möglichkeiten eröffnet, religiöse Erfahrungen auch ins Wort zu bringen sowie auszuwerten.
Das Tagungsprogramm für evangelische und katholische Fachleitungen aus Grundschule und Sekundarschule I schlug einen Bogen von Zugängen zu persönlicher Spiritualität über didaktische Impulse für Sprachfähigkeit bis hin zur gesellschaftlichen Bedeutung religiöser Sprache und was zu tun ist, wenn diese missbräuchlich verwendet wird.
In einer inspirativen Schreibwerkstatt wurden durch die Theopoetin Christina Brudereck und die gemeinsame Lektüre der Geschichte Ein Schiffhaus voller Tiere in der Alle-Kinder-Bibel eigene Planken mit guten Worten beschriftet, die einen buchstäblich über Wasser halten. Pastorin Christiane Zimmermann-Fröb regte durch die entsprechende Godly-Play-Geschichte zum Theologisieren an und bot durch ein umfassendes Nachbereitungsgespräch eine geeignete Horizonterweiterung für Unterrichtsgespräche. Beim Besuch der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal setzten sich die Teilnehmenden mit antisemitischer Sprache auseinander. Die Leiterin der Begegnungsstätte, Dr. Ulrike Schrader, führte in das museumsdidaktische Konzept ein.
Die Vernetzung unter den Fachleitungen sowie der kollegiale Austausch wurde als sehr gewinnbringend zurückgemeldet; das Selbsterlebte und Neudurchdachte sowie auch weitere offene Fragen können zukünftig in die Fachseminararbeit der Lehramtsanwärter*innen einfließen.
Das Tagungsformat findet jährlich im Juni in bewährter Kooperation mit Dr. Rita Müller-Fieberg vom Institut für Lehrerfortbildung (IFL) Essen statt.

