Zum Thema UNAUSSPRECHLICH fanden vom 22. – 24. November 2024 die zweiten Kurzfilmtage in Zusammenarbeit mit der katholischen Medienzentrale des Erzbistums Köln statt.

Es war wieder eine intensive Zeit – mit vielen neuen Kurzspiel-, Animations- und Dokumentarfilmen, zwei wunderbaren Filmschaffenden, theologischen, religions- und medienpädagogischen Impulsen sowie während der Diskussion der Filme und der Erarbeitung von Unterrichtsideen. Bei der Filmnacht waren 14 teils gerade abgedrehte Kurzfilme zu erleben:
„Rudi“, „Die allerlangweiligste Oma auf der ganzen Welt“, “ Erlkönigin“, „Unter Schwestern“, „The Rooms We Share“, „Brainfuck“, „Yes-People“, „Titan“, „Girlsboysmix“, „Glück im Unglück“, „Der rote Koffer“, „Regenwurm“, „95 Sinne“ und „The Innkeeper“.
Als Bester Film wurde von den Teilnehmenden gegen Mitternacht „Der rote Koffer“ gewählt, gefolgt vom Weihnachtsfilm „The Innkeeper“ sowie – nahezu gleichauf – „The Rooms We Share“ und „Erlkönigin“.
In den nächsten Tag führte Imke Schauhoff mit einer Andacht zum Film „Der rote Koffer“ ein. Die Religionslehrerin des landeskirchlichen Amos-Comenius-Gymnasiums in Bonn hat schon viele Filmandachten gestaltet. Seit der Corona-Zeit erstellt sie diese auch in digitaler Form und erreicht mit diesem spirituellen Format nicht nur ihre Schülerinnen und Schüler. Im Nachgang der Kurzfilmtage wird eine Arbeitshilfe für das Katholische Filmwerk entstehen. Sie wird neben einer digitalen Filmandacht zahlreiche weitere didaktische Anregungen und Arbeitsblätter enthalten, die – zusammen mit dem Kurzfilm „Der rote Koffer“ – im Frühjahr 2025 im Medienportal zugänglich sein werden.

Dr. Manfred Karsch, der viele Jahre als Schulreferent in Herford und als Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld tätig war, hat zahlreiche Praxismaterialien zu Filmen und – zusammen mit Christian Rasch – das seit Jahren sehr beliebte Buch „Religionsunterricht mit Filmen“ verfasst. Sein Referat „Das Unausgesprochene und das Unaussprechliche im Kurzfilm“ eröffnete medienspezifische didaktische Zugänge. Ziel des Unterrichts muss es sein, den Film zum Sprechen zu bringen und eine Filmsprache zu entwickeln; denn Film ist ein Kommunikationsmedium. Manfred Karsch ließ die am Tag zuvor gesehenen Film in dieser Perspektive und ihrer Relevanz für den Religionsunterricht geradezu aufleuchten.

Das Highlight bei den Kurzfilmtagen sind aber immer die Filmschaffenden. Im Gespräch mit ihnen erhalten die Teilnehmenden Einblicke in deren persönlichen Werdegang, in ihre Themen und besondere Arbeitsweise. Nadiia Khatymlianska, eine junge Absolventin der Hamburg Media School, konnte aus Kiew zugeschaltet werden. Wie alle Erstsemester der HMS hatte sie die Aufgabe, einen 5-minütigen Schwarz-weiß-Film ohne Dialog zu erarbeiten. Für „Rudi“ hat sie jeder Einstellung einen eigenen Namen gegeben. Im Zweitsemesterfilm „The Rooms We Share“ hat sie ihre eigenen Gefühle, Erfahrungen und Gedanken nach der Flucht aus der Ukraine filmisch gestalten können. Sie ist der Frage auf der Spur, was es braucht, um andere Menschen zu verstehen.

Benjamin Kramme, ein erfahrener Schauspieler und ausgebildeter Sozialpädagoge, ist seit ein paar Jahren auch als Filmemacher unterwegs und hat zusammen mit seiner Frau und deren Schwester das Studio Wunschkindfilm gegründet. Als Drehbuchautor und Regisseur interessieren ihn Einblicke in Milieus, die vielen sonst verschlossen oder die tabuisiert sind. In drei seiner Kurzfilme hat er sich sensibel und präzise mit rechtsextremen Überzeugungen auseinandergesetzt; „Erlkönigin“ ist sein letzter. Im kommenden Jahr wird sein erster Langfilm herauskommen, in dem seine Frau Jennifer Sabel die Hauptrolle spielen wird und der in dem Hospiz gedreht werden konnte, in dem er selbst einmal gearbeitet hat. Im Januar 2025 haben Kramme und sein Team für „Ich sterbe. Kommst du?“ den renommierten Max-Ophüls-Preis für den gesellschaftlich relevanten Film und auch den Publikumspreis erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

In den Workshops zu „Der rote Koffer“, „Erlkönigin“, „Brainfuck“ und „The Innkeeper“ war Zeit für die detaillierte Filmanalyse und die Erarbeitung von Ideen für die unterrichtliche Praxis in der Primarstufe, den Sekundarstufen und der Erwachsenenbildung. Und zwischendrin und in der Nacht war immer wieder Gelegenheit zum kollegialen und fröhlichen Austausch.
Die meisten der gezeigten Kurzfilme sind bei der Medienzentrale der EKiR und der Medienzentrale des Erzbistums Köln verfügbar.
ANKÜNDIGUNG
Die Kooperation mit der Katholischen Kirche erweitert sich! Die nächsten „Ökumenischen Kurzfilmtage im Rheinland“ finden vom 14. bis 16. November 2025 im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) in Siegburg statt. Das Tagungsteam freut sich auf die Zusammenarbeit mit Andreas Menne, der das Medienkompetenzzentrum des KSI leitet, und auf einen ganz besonderen Ort!
Eine Anmeldung ist schon jetzt möglich.
Tagungsteam:
Matthias Ganter, Redakteur und Berater in der Medienzentrale des Erzbistums Köln
Prof. Dr. Marion Keuchen, Dozentin im PTI für Sek I/II
Jürgen Pach, Leiter der Medienzentrale des Erzbistums Köln
Astrid Weber, Referentin für Medienarbeit im PTI, Medienportal der EKiR
Astrid Weber, Tel. 0202 2820 657, astrid.weber@ekir.de
Veranstalter:
Pädagogisch-Theologisches Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland
Missionsstraße 9 a/b, 42285 Wuppertal
Tel. 0202 2820 600, pti@ekir.de
pti.ekir.de
Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln
Medienzentrale
Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln
Tel. 0221 1642 3333, medienzentrale@erzbistum-koeln.de
medienzentrale-koeln.de


