Gefunden von Svenja Blaczek im August 2026
Meine Kollegin Christina Heidemann, Dozentin für Grundschulpädagogik in der westfälischen Landeskirche, hat mir vor zwei Jahren die Reihe von Jim Panse und seiner Dschungelcrew ans Herz gelegt. Ich empfehle für die Wochen des neuen Schuljahres die neueste Graphic Novel Jim stinkt’s aus der beliebten Reihe allen,
– die Schule anstrengend finden
– die sich schwer damit tun, ins Lernen zu kommen
– oder die sich fragen, wie Schule auch anders sein könnte
– die Verantwortung für die Gestaltung von Lernräumen übernehmen
– und die ihren Blick auf den Schulalltag mit einer guten Portion Humor schärfen möchten
Darum geht es:
Jim Panse kehrt als ausgewachsener Schimpanse in die Dschungelschule zurück – und sorgt schon am ersten Schultag für Aufsehen. Nach einer Versteckpartie in einer Stinktierhöhle haftet ihm ein ganz besonderer Geruch an, der ihn schnell zum Gespött seiner Mitschüler*innen macht. Doch Lehrkraft-Gorilla Nick versteht es, die Situation aufzugreifen und daraus wertvolle Lernmomente für die ganze Klasse entstehen zu lassen. Neben diesem turbulenten Einstieg erzählt die Geschichte mit den tierischen Protagonisten von den Herausforderungen der ersten Schultage: dem Abschied von den Erziehungsberechtigten am Schultor, dem Ankommen in neuen Routinen, den ersten gemeinsamen Lernerfahrungen und dem Miteinander in einer vielfältigen Klassengemeinschaft. All das wird mit viel Witz, Empathie und einem feinen Gespür für die Lebenswelt von Kindern erzählt.
Besonders gelungen finde ich, dass das Buch Themen wie Zugehörigkeit, Scham, Freundschaft und Lernen nicht belehrend behandelt, sondern in humorvolle und leicht zugängliche Geschichten verpackt. Vor der ersten Lernstandskontrolle wird beispielsweise erst einmal gemeinsam Tee gegen Bauchschmerzen hergestellt, und Versagensängste sind ganz schnell passé… Die liebevoll gestalteten Illustrationen laden zum Entdecken ein und machen die Graphic Novel sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen attraktiv.
Während der Lektüre kamen mir mehrfach alternative Konzepte für in die Jahre gekommene Schulgebäude in den Sinn. Da sich die Geschichte immer wieder auch um Pipi, Kacka und allerlei olfaktorische Herausforderungen dreht und ja die Toilettensituation in jeder Grundschule und besonders in den Einschulungswochen Thema ist, musste ich an das Konzept der „EinSTUHLung“ der Bildungsaktivistin Margret Rasfeld denken. Das Wortspiel steht für einen bewussten Bruch mit dem traditionellen Stillsitzen im Klassenzimmer, was aufgrund von Klassen(raum)größe und leider auch vielfach der Haltung fast immer noch gängig ist, und plädiert für flexible Lernräume, die dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern, ihrer Individualität und der Gemeinschaft in der Klasse gerecht werden. Deshalb empfehle ich Jim stinkt’s auch allen Verantwortlichen in Städtebau und Politik und eben Kindern, Familien und pädagogischen Fachkräften, die Schule mit einem Augenzwinkern betrachten und gestalten möchten!

Übrigens nutzt das Einschulungsprojekt Unterwegs in Gottes Welt auch eine Graphic Novel über Jim Panse. Wer noch eine Idee für Schulgottesdienst und Anfangsunterricht Ev. Religionslehre in Klasse 5 sucht, findet hier Inspiration.
Blick ins Buch auf der Verlagsseite
Suzanne und Max Lang: Jim stinkt’s. Bindlach: Loewe Verlag, 2026

