Wie prägen soziale Medien unseren Blick auf Religion, Gesellschaft und Identität? Diese Frage stand im Zentrum unserer Tagung der Fachleitungen Evangelische Religionslehre in der rheinischen und westfälischen Kirche, die vom 25. bis 26. März 2026 im Tagungszentrum Auf dem Heiligen Berg in Wuppertal stattgefunden hat.
Im Fokus: Christfluencer in den sozialen Medien. Die Referentin Kirsten Rabe, Fachberaterin für Evangelische Religionslehre, führte uns mit großer Expertise und eindrucksvoller Klarheit in die Dynamiken digitaler Glaubenskommunikation ein.
Was vertraut wirkt, erwies sich als hochkomplex: Inszenierungen, Rollenbilder und Narrative entfalten enorme Wirkung. Wir waren gleichermaßen fasziniert und schockiert – von der Reichweite, der Deutungsmacht und den oft problematischen Botschaften.
Besonders eindrücklich wurde die Fragilität zentraler demokratischer Werte: Gleichheit der Geschlechter, Menschenwürde und gesellschaftliche Vielfalt geraten in digitalen Räumen zunehmend unter Druck. Die Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und rechten Narrativen machte die Dringlichkeit deutlich.
Für die Ausbildung von Religionslehrkräften ist klar: „Christfluencing“ gehört ins Zentrum pädagogischer Reflexion. Es braucht kritische Analyse, Urteilsfähigkeit und didaktische Zugänge.
Zugleich eröffnete die Tagung Perspektiven: Religiöser Content kann auch verantwortungsvoll, kreativ und dialogisch gestaltet werden.
Eine intensive, aufrüttelnde und inspirierende Tagung – mit nachhaltiger Wirkung für unsere Arbeit.

